Sicher bergab: Bremsen und Kurven auf Langlaufski

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Die Angst vor der Abfahrt ist der häufigste Grund, warum Menschen mit dem Langlauf aufhören oder sich auf immer dieselbe flache Runde beschränken.

Das kann ich gut nachvollziehen. Langlaufski sind schmal, die Bindung hält nur an der Fußspitze, und die Ferse ist frei. Das fühlt sich anfangs unkontrollierbar an.

Aber genau hier gilt: Sicheres Bergabfahren ist nur eine Frage der Technik. Wer zwei, drei Dinge gelernt hat, verliert die Angst innerhalb einer Stunde.

In jedem Langlaufkurs ist das eines der ersten Themen. Ich gehe hier durch, wie du bremst, wie du Kurven fährst und wie du stürzt, ohne dir wehzutun. Das Letzte klingt seltsam, ist aber wichtig.

Die Grundposition: tief, aber nicht verkrampft

In der Abfahrt gehst du in die Hocke. Knie gebeugt, Hüfte tief, Oberkörper leicht nach vorne, Arme vorne und ruhig.

Der häufigste Fehler ist, sich nach hinten zu lehnen. Das passiert instinktiv, weil man das Tempo bremsen will, macht die Ski aber unkontrollierbar.

Merke dir: Schienbein an die Schuhmanschette. Wenn du das spürst, stehst du richtig. Wenn nicht, hängst du zu weit hinten.

Ein Ski leicht vor dem anderen gibt zusätzliche Stabilität in Längsrichtung. Wie stark der Ski dabei mitarbeitet, hängt auch vom Material ab, siehe unsere Langlaufski. Bei welligen Abfahrten macht das einen spürbaren Unterschied.

Der Schneepflug: dein wichtigstes Werkzeug

Der Schneepflug funktioniert auch auf Langlaufski. Fersen nach außen schieben, Skispitzen zusammen, Knie leicht nach innen, Gewicht bleibt zentral.

In der klassischen Spur musst du dazu mit einem Ski heraussteigen. Übe das auf flachem Gelände, bevor du es in der Abfahrt brauchst.

Der Druck kommt aus den Innenkanten. Je stärker du die Knie zusammenführst, desto stärker die Bremswirkung. Auf schmalen Langlaufski ist sie geringer als auf Alpinski, aber sie reicht.

Wichtig ist die Dosierung. Ein dauerhaft gehaltener starker Pflug ermüdet die Oberschenkel schnell. Besser ist rhythmisches Bremsen: pflügen, lösen, pflügen.

Wenn der Pflug nicht reicht

Bei sehr steilen oder vereisten Abfahrten gibt es weitere Optionen. Die einfachste ist das seitliche Rutschen, wenn die Loipe breit genug ist.

Eine andere Möglichkeit ist das Ausweichen in den weichen Schnee neben der Spur. Tiefschnee bremst zuverlässig, aber pass auf versteckte Hindernisse auf.

Und die ehrlichste Option: aussteigen und ein Stück laufen. Das ist keine Niederlage. Ich mache das selbst, wenn eine Abfahrt vereist ist und Gegenverkehr kommt.

Kurs für Fortgeschrittene

Kurven fahren auf Langlaufski

Bei weiten Kurven reicht Gewichtsverlagerung. Du belastest den äußeren Ski stärker und schaust in die Kurve. Der Ski folgt fast von allein.

Bei engeren Kurven nutzt du den Umsteigeschritt: Du hebst den inneren Ski leicht an, setzt ihn in die neue Richtung und ziehst den äußeren nach.

Bei sehr engen Kehren funktioniert der Treppenschritt, also mehrere kleine Umsteigeschritte hintereinander. Das ist langsam, aber sehr kontrolliert.

Übe Kurven zuerst in der Ebene beim Laufen, dann bei ganz leichtem Gefälle. So automatisierst du die Bewegung, bevor Tempo dazukommt.

Richtig stürzen

Stürze gehören dazu, gerade am Anfang. Entscheidend ist, wie du stürzt. Lass dich seitlich fallen, nicht nach hinten und nicht nach vorne.

Versuch nicht, dich mit ausgestreckten Armen abzufangen. Das ist der klassische Weg zu einer Handgelenksverletzung. Arme anlegen, seitlich abrollen.

Und steh zügig auf und räum die Spur. In einer unübersichtlichen Kurve ist ein liegender Läufer eine echte Gefahr für den nächsten.

Zum Aufstehen bringst du beide Ski quer zum Hang, parallel nebeneinander. Dann stützt du dich mit den Händen am Hang ab und drückst dich hoch.

Wie du dir die Angst nimmst

Der beste Weg ist Wiederholung auf harmlosem Gelände. Such dir eine ganz leichte, breite Neigung und fahr sie zwanzigmal.

Beim ersten Mal einfach nur stehen. Beim fünften Mal bremsen. Beim zehnten Mal eine Kurve. Der Kopf braucht diese Wiederholungen, um Vertrauen aufzubauen.

Und trainiere Abfahrten am Anfang der Einheit, wenn du frisch bist. Müde Beine reagieren langsamer, und das ist genau dann, wenn Stürze passieren.

In unseren Kursen gehören Abfahrtstechnik, Bremstechniken und Sicherheitstraining fest dazu. Nicht als Nebenthema, sondern weil sie das Selbstvertrauen entscheidend prägen.

Fazit

Tiefe Position mit Schienbeindruck, Schneepflug dosiert einsetzen, Kurven über Gewichtsverlagerung oder Umsteigeschritt.

Seitlich stürzen, Arme anlegen, zügig die Spur räumen. Und im Zweifel aussteigen, das ist keine Schande.

Wer Abfahrten beherrscht, traut sich auf schönere Loipen. Genau das ist der eigentliche Gewinn. Aus Liebe zum Langlauf, dein HaSi.

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